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Malteser Stadtverband Kalkar-Goch

Interview: Gut für mich - wertvoll für andere

03.07.2012

Desireé Tefert (20) aus Kamp-Lintfort kam am 1. Februar 2011 zu den Grafschafter Maltesern (Moers), um ein Freiwillige Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren. Wie es dazu kam und welche Erfahrungen sie machte, berichtete sie uns nun kurz vor ihrem Ausscheiden im folgenden Interview:

Frau Tefert, warum haben Sie sich entschieden, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu leisten?

Desireé Tefert (DT): Da ich schon ein Praktikum im Krankenhaus gemacht hatte, wollte ich auch in andere soziale Dienste reinschnuppern. Das FSJ war da eine gute Überbrückung bis zum Beginn meiner Ausbildung.

Was ist genau Ihre Aufgabe und was reizt Sie daran?

DT: Eingesetzt bin ich im Bereich Hausnotruf. Da ist zum einen der verwaltungs- und technische Part: Kundenberatung, Hausnotruf-Geräte anschließen, Formalien mit den Kunden und den Angehörigen besprechen und danach die Papiere bearbeiten. Zum anderen gehört dazu der Hintergrunddienst. 24 Stunden Bereitschaft, bei einem Notruf zum Kunden fahren, nachschauen was passiert ist und ggf. schnell und aufmerksam handeln. Manchmal muss ich auch den Rettungsdienst rufen und unterstützen, wenn eine Einweisung ins Krankenhaus nötig ist. Mich reizt der Dienst, weil es bei jedem Mal anders ist. Kundenberatung und Einsätze sind eben nie gleich.

Wie wurden Sie denn vorbereitet? Welche Ausbildungen und Seminare haben Sie besucht?

DT: Als erstes gab es natürlich ein Erste-Hilfe-Seminar, es folgten mehrere FSJ-Seminare und dann habe ich den Schwesternhelferinnen Kurs absolviert und mit einer Prüfung erfolgreich abgeschlossen. Alle Seminare waren sehr gut und hilfreich, auch für meinen weiteren Berufsweg.

Wie sieht denn nun Ihr typischer Tagesablauf aus? Dürfen und können Sie auch selbstständig arbeiten?

DT: Zuerst fahre ich zur Dienststelle und schaue nach, ob und welche technischen Störungen vorliegen, dann zu Kunden fahren um evtl. Störungen zu beheben, bei Bedarf das Gerät oder Batterien im Funkfinger tauschen. Vormittags haben wir regelmäßig Geräteaufschaltungen und die dazu gehörenden Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Da ich schnell eine Routine dafür bekommen habe, kann ich sogar selbstständig zu Kunden fahren und die Anschlüsse tätigen.

...und was macht Ihnen besonders viel Freude?

DT: Das ganze Klima stimmt, die Arbeitskollegen sind nett und hilfsbereit und vor allem unsere Kunden sind toll und dankbar, wenn man sich noch Zeit für ein ‚Schwätzchen‘ nimmt. Schön ist, dass ich auch bei den Einsätzen recht gut alleine klar komme. Das steigert das Selbstwertgefühl.

Sie haben Ihr FSJ ja auf insgesamt 18 Monate verlängert. Kann man daraus schließen, dass Sie sich besonders wohl gefühlt haben, oder gab es andere Gründe?

DT: Klar ist es ein Grund, dass ich mich sehr wohl fühle, denn bei Fragen und Hilfen stehen meine Arbeitskollegen mir immer zur Seite. Wichtig war mir aber, dass ich nicht noch ein halbes Jahr Leerlauf hatte bevor meine Ausbildung zur Altenpflegerin im Oktober 2012 bei der Caritas in Xanten beginnt. Und, jetzt bessert die Verlängerung auch noch mein Taschengeld auf.

Denken Sie, dass Sie durch das Freiwillige Soziale Jahr Vorteile für Ihre kommende berufliche Laufbahn haben werden?

DT: Die Erfahrungen, die ich gemacht habe und die Seminare sind durchaus von Vorteil für meine berufliche Laufbahn. Ich habe sehr viel dazu gelernt. Vor allem solche Dinge, die ich in der Pflege umsetzen kann.

Würden Sie sich noch einmal für ein FSJ entscheiden, oder besser, können Sie anderen Schulabgängern empfehlen, sich ebenfalls für ein FSJ bei den Maltesern zu verpflichten?

DT: Ja, das kann ich auf jeden Fall empfehlen. Die FSJ-Zeit war und ist eine wertvolle Erfahrung. Ich habe schon mit Bekannten und Freunden darüber geredet und ich werde mich bemühen, es auch noch anderen Schulabgängern zu berichten.

…und bleiben Sie den Maltesern auch ehrenamtlich verbunden?

DT: Ich bleibe auf jeden Fall im Ehrenamt bei den Maltesern, schließlich habe ich hier auch Freunde gefunden. Wenn während der Ausbildung Freizeit bleibt, werde ich den Bereitschaftsdienst im Hausnotruf-Hintergrunddienst wahrnehmen.

Vielen Dank und alles Gute auf Ihrem kommenden Bildungs- und Berufsweg.

Weitere Informationen

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